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Der Ruf der Prärie hallte bis nach Loope
27 mutige Krieger machten sich auf den Weg in den Wilden Westen. Ihr Ziel: die Karl-May-Festspiele in Elspe.
Schon früh am Morgen lag Abenteuerstimmung in der Luft. Manitu meinte es gut mit uns. Die Sonne schien, als gegen 8:30 Uhr plötzlich etwas Blaues am Horizont auftauchte.
Da kam er: unser heutiges Gefährt.
Die blau-weiße Folierung glänzte in der aufgehenden Sonne. Die Augen der Kinder und Erwachsenen wurden größer und größer. Mit einer Höhe von rund vier Metern war das Gefährt schon aus der Ferne imposant anzuschauen.
Da stand er nun:
Der Mannschaftsbus des VfL Gummersbach.
Willkommen in der Heimat des Handballs.
Das ließen wir uns natürlich nicht zweimal sagen. Schnell noch ein paar Fotos mit dem Bus als Erinnerung, dann konnte das Abenteuer beginnen.
Willkommen an Bord!
Unser Fahrer Oliver ließ es sich nicht nehmen, die Teilnehmer persönlich zu begrüßen und an Bord willkommen zu heißen.
Dabei stellte er fest, dass es doch eher ungewöhnlich sei, dass sich Kinder für Karl May und die Geschichten aus dem Wilden Westen begeistern. Er fand es bemerkenswert und gab unserer Aktion direkt ein dickes Like.
Natürlich durfte auch die eine oder andere Anekdote über den Mannschaftsbus nicht fehlen.
Wusstet ihr zum Beispiel, dass die Spieler alle oben im Bus sitzen, während unten ausschließlich Trainer und Physiotherapeuten Platz nehmen?
Auch über das Gepäck der Spieler wusste Oliver Interessantes zu berichten. Jede Tasche hat ihren ganz bestimmten Platz im Kofferraum. Und wehe, jemand vertauscht ihn.
Zum Schluss gab es noch einen wichtigen Hinweis für die oberen Fahrgäste:
Wenn eine Brücke kommt, sollten die oben Sitzenden besser den Kopf einziehen.
Natürlich passte der Bus.
Allein diese Geschichten sorgten dafür, dass die Fahrt schon von Beginn an bestens gelaunt verlief.
In Elspe angekommen, ging es zunächst zum Ticketschalter, um die Eintrittskarten abzuholen. Danach stürzten wir uns direkt ins nächste Abenteuer.
Auf dem Programm stand die Tiershow „Girls United 2.0“.
An dieser Show nehmen ausschließlich weibliche Reiterinnen teil. Sie präsentierten spektakuläre Stunts auf ihren Pferden. Von akrobatischen Kunststücken bis hin zum Ritt durch Feuer war alles dabei.
Die Zuschauer bekamen eindrucksvoll zu sehen, wie viel Mut, Können und Vertrauen zwischen Mensch und Tier notwendig sind, um solche Stunts sicher aufzuführen.
Doch lange Zeit zum Verschnaufen blieb nicht.
Maverick wartet schon!
Danach ging es schnurstracks weiter zur Stuntshow, wo Markus Lürick als Maverick bereits auf seinen Einsatz wartete.
Und plötzlich wurde aus einer ohnehin schon besonderen Veranstaltung ein kleines Stück Heimatgeschichte.
Markus Lürick kommt ebenfalls aus Engelskirchen.
Da war natürlich klar: Wir unterstützen unseren Lokalmatador.
Die Show hielt, was sie versprach.
Jede Menge Action, rasante Stunts und eine Geschichte, bei der am Ende natürlich das Gute über das Böse siegte. Beim Poker gewann schließlich die richtige Seite und die Gauner bekamen kräftig eins auf die Nase.
Filmhits statt Lagerfeuerromantik
Nach der Stuntshow folgte die Musicalshow.
In diesem Jahr drehte sich alles um große Filmhits. Von „Ghostbusters“ über „Dirty Dancing“ bis hin zu den legendären „Blues Brothers“ war für jeden Geschmack etwas dabei.
Gesungen, getanzt, gelacht und gesprungen wurde reichlich und das alles live!
Und spätestens jetzt war klar:
High Noon in Elspe kommt näher.
Doch so viel Singen, Tanzen, Lachen und Springen macht natürlich hungrig.
Bis zur großen Hauptshow hatten wir knapp 40 Minuten Zeit für eine Stärkung.
Die Imbissbuden wurden entsprechend schnell belagert.
Pommes und Pizza standen hoch im Kurs. Während sich die einen kulinarisch verwöhnen ließen, suchten andere angesichts der Mittagssonne lieber ein schattiges Plätzchen.
Dann war es soweit.
14:45 Uhr. High Noon.
Die Spannung stieg.
Die Zuschauer nahmen ihre Plätze ein und warteten auf den Höhepunkt des Tages.
14:45 Uhr. Die Hauptshow beginnt.
Zu Beginn stellte sich Karl May vor und erklärte den Zuschauern, wie er zu Old Shatterhand wurde.
Dann ging es los.
Pyrotechnik, Explosionen, spektakuläre Stunts und eine spannende Handlung sorgten dafür, dass es auf der Freilichtbühne keine Sekunde langweilig wurde.
Das Stück hieß schließlich nicht umsonst „Winnetou I“.
Im Mittelpunkt stand die Geschichte, wie Old Shatterhand und Winnetou sich begegnen und schließlich zu Blutsbrüdern werden.
Die Inszenierung bot alles, was man von einem echten Karl-May-Abenteuer erwartet: Spannung, Freundschaft, Verrat, Verfolgungsjagden und jede Menge Action.

Im großen Showdown wurde es noch einmal richtig spektakulär. Explosionen und Pyrotechnik sorgten für einen furiosen Höhepunkt.
Dann war das Abenteuer vorbei.
Ein Vermächtnis, das bleibt
Nach dem Finale wurde noch einmal an das Vermächtnis Karl Mays erinnert.
Und vielleicht war genau das der passende Moment, um auf unseren Tag zurückzublicken.
Solange wir die Filme sehen, die Bücher lesen und die Geschichten hören, wird Karl May in uns weiterleben.
Vielleicht hat dieser Tag auch dafür gesorgt, dass eine neue Generation Lust auf diese Geschichten bekommen hat.
Und warum darf man heute eigentlich nicht mehr „Indianer“ sagen?
Eine Frage, die an einem Tag rund um Winnetou und Old Shatterhand natürlich irgendwann auftaucht.
Der Begriff „Indianer“ geht auf Christoph Kolumbus zurück, der irrtümlich glaubte, den Seeweg nach Indien gefunden zu haben. Die Bezeichnung wurde anschließend von Europäern für die indigenen Völker Nordamerikas verwendet.
Heute wird der Begriff von vielen indigenen Menschen als Fremdbezeichnung oder als überholt empfunden. Deshalb spricht man häufig von indigenen Menschen oder benennt die jeweiligen Völker und Nationen, beispielsweise Lakota, Cherokee, Navajo oder Apache.
Ganz so einfach ist die Sache allerdings nicht. Das Wort „Indianer“ ist nicht grundsätzlich verboten. Entscheidend sind der Zusammenhang und vor allem die Perspektive der Menschen, um die es geht.
Und genau deshalb passte diese Diskussion irgendwie perfekt zu unserem Tag in Elspe.
Denn die Karl-May-Festspiele erzählen Geschichten aus einer anderen Zeit. Winnetou, Old Shatterhand, Apachen, Cowboys und der Wilde Westen gehören dort seit Jahrzehnten zur Inszenierung. Die Sprache ist Teil dieser Geschichten und ihrer historischen Einordnung.
Und deshalb darf man es am Ende unseres Tages auch einmal mit einem Augenzwinkern sagen:
Elspe ist ein Fleck, an dem man noch „Indianer“ sagen kann. Und das ist gut so!
Denn dort geht es nicht darum, Menschen abzuwerten. Es geht um die Welt von Karl May, um Geschichten, Freundschaft, Abenteuer und die Fantasie, die seit Generationen Kinder und Erwachsene begeistert.
Bildungsauftrag erfüllt?
Um 18:00 Uhr traten wir die Heimreise nach Loope an.
Doch an Ruhe war noch lange nicht zu denken.
Auf der Rückfahrt wurde unter den Kindern eifrig über Winnetou, Old Shatterhand und natürlich Santa, den Schurken der Geschichte, diskutiert.
Wer war der Gute?
Wer war der Böse?
Wer hat was gemacht?
Warum sagt man Indianer?
Damit war eines sicher!
Den Bildungsauftrag hatten wir erfolgreich abgeschlossen.
So ging ein langer, ereignisreicher und vor allem unterhaltsamer Tag langsam zu Ende.
27 Abenteurer, ein Bus und jede Menge Erinnerungen.
Auch wenn unser Mannschaftsbus an diesem Tag nur ungefähr halb voll war, tat das der Stimmung keinen Abbruch.
Gemeinsam wurde gelacht, gestaunt, diskutiert und natürlich jede Menge erlebt.
Am Ende waren sich wohl alle einig:
Der Ausflug nach Elspe war ein voller Erfolg.
Im Januar geht das Organisationsteam bereits wieder in die Planung für die Tour 2027.
Welches Abenteuer dann auf unsere jungen und großen Krieger wartet, steht noch in den Sternen.
Fest steht aber schon jetzt:
Der Wilde Westen hat uns wieder ein Stück näher zusammengebracht.
Danke an alle, die diesen Tag möglich gemacht haben
Ein besonderer Dank gilt Olga Salzseiler und Markus Blossey für die tolle und reibungslose Organisation.
Ebenso bedanken wir uns bei der Firma Ufer Touristik für die Bereitstellung unseres außergewöhnlichen Gefährts.
Und natürlich bei unserem Busfahrer Oliver.
Er hat uns nicht nur sicher nach Elspe und wieder zurückgebracht, sondern von der ersten Minute an dafür gesorgt, dass sich alle an Bord wohlfühlten. Mit seinen Geschichten, seinem Humor und seiner offenen Art wurde bereits die Busfahrt selbst zu einem Teil unseres Abenteuers.
Unser Old Shatterhand!
So bleibt am Ende vor allem eines.
27 Teilnehmer, ein Mannschaftsbus des VfL Gummersbach, ein Tag im Wilden Westen und jede Menge Erinnerungen, die noch lange für Gesprächsstoff sorgen werden.
Der Ruf der Prärie hallte bis nach Loope.
Und wir sind ihm gefolgt.

Mi, 19. August 2026

Do, 03. September 2026